Da isser endlich, der Frühling – unter einem anderen Blickwinkel
Nach endlosen dunklen Tagen, kalten Nächten, geballten Wolken, Regen, Schnee und sogar Hagel öffnet sich der Himmel und lässt endlich, endlich die Sonne rein. Die ersten Sträucher explodieren mit ihren drängenden Knospen, die unbedingt ihre Blüten wachsen lassen wollen, damit es schön werde. Die Luft riecht anders, die Menschen lächeln wieder und drängend raus ins Freie.
Rundherum versinkt die Welt im Chaos.
Das Programm aus dem Radio dudelt das immer gleiche Programm, alle halbe Stunde unterbrochen durch unsägliche Nachrichten von Macht hungrigen Verrückten, von Krieg, von Zerstörung, von Unglücken, Terror, Amok und Wahnsinn aller Art.
Mein Kosmos ist noch friedlich.
Hier bei mir höre ich Vogelgezwitscher, leise Straßengeräusche, ab und zu ein Krankentransport mit Sirene. Gerade noch gab es einen „Sirenentest“ auf alle Handys und die Sirenen der Umgebung. Aber der Sinn und Zweck dieses Tests schleicht sich nur durch eine dicke Nebelwand von „Will ich gar nicht wissen“.
Die Politik spricht von „Kriegstüchtigkeit“, bis 2030 soll die Infrastruktur verbessert werden, wir brauchen wieder mehr Krankenhäuser da im Kriegsfall jeden Tag bis zu 1000 Soldaten verwundet werden könnten. (O-Ton eines CDU Politikers) Man hat das Gefühl, wir werden auf das Unaussprechliche langsam vorbereitet…
Der Wind ist stark und lässt ein entspanntes Genießen in der klaren Sonne noch nicht zu. Man könnte zwar wunderbar spazieren gehen, allerdings bremst mich ein voller Infekt in meiner Aktivität. Nach nur einer halben Stunde gebe ich auf und ziehe mich zurück in mein kleines Refugio, schaue aus dem Fenster und frage mich wie die Welt, so unrealistisch friedlich auf der einen Seite und so brutal und gnadenlos auf der anderen Seite sein kann. Sollte ich aufhören, Nachrichten zu hören und mir den Wahnsinn einer verrückten Minderheit von machtgeilen Narzissten anzuschauen, wo doch meine kleine Blase so heil und überschaubar aussieht?
Was wir wollen…..
Frieden und Ruhe auf diesem Planeten, die Sonne genießen, das Leben leben, das so schnell vorbei fliegt wie die Kraniche, die ihre Rückkehr mit lautem Geschrei feiern. Die Ambivalenz unserer Existenz ist mir ein Rätsel.
Während wir hier fleißig die Gärten putzen und Fenster polieren, um unserem Drang nach Reinigung im Frühjahr nachzugeben, gibt es Menschen die kein sauberes Wasser für die notwendigsten Dinge haben.
Unbegreiflich ist die andere Realität, die uns in grauenvollen Bildern ständig präsentiert wird. Irgendein Schutzmechanismus bewahrt uns davor durchzudrehen und wir leben weiter in unserer Blase ohne wirklich zu begreifen.
Ich beneide die, die sich abschotten und ihr „Ding“ durchziehen, aber es wird uns nicht final schützen vor denen, die mit Wahnsinn und Rücksichtslosigkeit immer schon die Geschicke der Welt dominiert haben.
Bleiben wir hier friedlich und geben alles für ein gutes Leben.